Stellungnahme zum Optionenpapier der Bundesnetzagentur
16. Januar 2026 | Die Wirtschaftsvereinigung Stahl begrüßt, dass die Bundesnetzagentur den Reformprozess zur Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNeS) mit dem vorgelegten Optionenpapier weiterhin offen, strukturiert und transparent fortführt. Mit der Darstellung möglicher Ausgestaltungsvarianten und deren systematischen Bewertung schafft die Bundesnetzagentur eine wichtige Grundlage, um die Auswirkungen neuer Netzentgeltmodelle auf Industrie und Gewerbe realistisch einschätzen zu können.
Für die Stahlindustrie bleibt die Wettbewerbsfähigkeit der Strompreise ein zentrales Anliegen. Die im internationalen Vergleich zu hohen Stromkosten stellen bereits heute ein erhebliches Risiko für die Elektrostahlwerke dar und werden mit dem zunehmenden Elektrifizierungsbedarf der Primärstahlroute im Zuge der Transformation zur Klimaneutralität weiter an Bedeutung gewinnen. Eine verlässliche und nachhaltige Reduktion der Netzkosten ist daher unerlässlich, um die kurzfristige Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern und langfristig Investitionen in klimaneutrale Produktionsprozesse zu ermöglichen.
Die Stahlindustrie misst der Ausgestaltung der Finanzierungs- und Anreizfunktion der Netzentgelte besondere Bedeutung bei, da diese zentral bestimmen, wie Netzkosten verteilt werden und welche Anforderungen an das Verhalten der Netznutzer gestellt werden. Für energieintensive Industrien wie die Stahlindustrie ist entscheidend, dass Reformen weder zusätzliche Belastungen schaffen noch Flexibilitätsanforderungen unterstellen, die technisch nicht erfüllbar sind. Vorhandene Sondernetzentgeltregelungen wie z.B. die a-typische Netznutzung, sollten mindestens so lange Bestand behalten, bis sich neu eingeführte Mechanismen ebenfalls bewährt haben.
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