Stellungnahme zum Festlegungsentwurf der Bundesnetzagentur zum Verfahren zur Festlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik für die Elektrizitätsversorgungsnetze (AgNes) GBK-25-01-1#3
18. September 2026 | Die Wirtschaftsvereinigung Stahl begrüßt, dass die Bundesnetzagentur den Konsultationsprozess zur Rahmenfestlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNeS) weiterhin offen und transparent gestaltet.
Die Strompreise in Deutschland sind im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig und stellen für die Stahlindustrie bereits heute einen erheblichen Standortnachteil dar. Dies gilt insbesondere für die CO2-armen, aber stromintensiven Elektrostahlwerke und wird mit der fortschreitenden Transformation der Stahlindustrie hin zu klimaneutralen Produktionsverfahren zunehmend auch für die Primärstahlroute an Bedeutung gewinnen. Eine klimaneutrale Stahlproduktion basiert in wesentlichen Teilen auf einer Elektrifizierung der Produktionsprozesse und ist daher auf dauerhaft wettbewerbsfähige Stromkosten angewiesen.
Die Ausgestaltung der zukünftigen Netzentgeltsystematik kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten, wenn sie die Anforderungen eines zunehmend von erneuerbaren Energien geprägten Stromsystems mit wettbewerbsfähigen Rahmenbedingungen für industrielle Letztverbraucher in Einklang bringt. Voraussetzung ist jedoch, dass die Regelungen praktikabel ausgestaltet werden, unterschiedliche industrielle Produktionsprozesse angemessen berücksichtigen und den Unternehmen die notwendige Planungssicherheit bieten. Dabei muss klar sein: Gerade in der Stahlindustrie unterliegt die Flexibilität bei der Stromabnahme klaren technischen und wirtschaftlichen Grenzen und ist nicht beliebig steuerbar. Zudem kann industrielle Flexibilität den Ausgleich des zunehmend volatilen Stromsystems ergänzen, ist aber kein Ersatz für den notwendigen Netzausbau.
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