Stellungnahme zum Entwurf eines Gesetzes für einen Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten für das Jahr 2026
22. August 2025 | Die deutsche Stahlindustrie befindet sich in einer existentiellen Krise! Die aktuelle Schieflage gefährdet unmittelbar Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Investitionen in Deutschland. Neben globalen Überkapazitäten, subventionierten Billigimporten aus China, unzureichenden Sanktionen gegen Russland und einer allgemein schwachen Konjunktur, sind explizit die nicht wettbewerbsfähigen Strompreise – inklusive der Netzentgelte – in Deutschland ein eklatanter Standortnachteil, der die Unternehmen enorm belastet.
Die Strompreise in Deutschland zählen zu den höchsten weltweit. Die Übertragungsnetzentgelte haben sich nach dem Wegfall des staatlichen Zuschusses seit 2023 mehr als verdoppelt. Diese Entwicklung markiert den Beginn einer Phase dauerhaft hoher Netzentgelte, da der notwendige Netzausbau mit langfristig steigenden Kosten verbunden ist. Während Strom in den USA und China weniger als die Hälfte kostet, zahlen deutsche Stahlhersteller im internationalen Vergleich nach wie vor einen um ein Vielfaches höheren Preis. Auch innerhalb der Europäischen Union liegt das Kostenniveau hierzulande deutlich über dem der meisten Wettbewerber.
Gleichzeitig muss die deutsche Stahlindustrie Milliarden in den Umbau zur Klimaneutralität investieren. Im Zuge dieser Entwicklung elektrifizieren Unternehmen ihre Produktionsprozesse umfassend – etwa durch wasserstoffbasierte Direktreduktion oder den Einsatz strombasierter Verfahren. Damit verbunden ist ein stark steigender Strombedarf. Wettbewerbsfähige und langfristig planbare Strompreise werden somit zu einem zentralen Standortfaktor. Ohne eine verlässliche und dauerhafte Entlastung steht nicht nur die Zukunft der Stahlbranche, sondern auch die industrielle Basis Deutschlands insgesamt auf dem Spiel.
Downloads

