Stellungnahme zum Diskussionspapier der BNetzA – Entgelte für Industrie und Gewerbe
21. Oktober 2025 | Die Wirtschaftsvereinigung Stahl begrüßt, dass die Bundesnetzagentur den Konsultationsprozess zur Rahmenfestlegung der Allgemeinen Netzentgeltsystematik Strom (AgNeS) weiterhin offen und transparent gestaltet. Mit dem am 24. September 2025 vorgelegten zweiten Diskussionspapier zu Entgelten für Industrie und Gewerbe und dem anschließenden Workshop am 30. September wird dieser partizipative Ansatz konsequent fortgesetzt.
Die Strompreise in Deutschland sind im internationalen Vergleich nicht wettbewerbsfähig und stellen für die Stahlindustrie in Deutschland mittlerweile ein existenzielles Risiko dar. Dies gilt für die stromintensiven Elektrostahlwerke schon heute und in Zukunft auch für die Primärstahlroute – denn generell ist der Umbau zu einer klimaneutralen Stahlproduktion, der im Kern auf einer Elektrifizierung beruht, auf bezahlbare Stromkosten angewiesen.
Durch eine nachhaltige Senkung der Strompreise gilt es daher, kurzfristig die Wettbewerbsfähigkeit stromintensiver Elektrostahlwerke sicherzustellen und langfristig den Umbau zu einer klimaneutralen Produktion zu ermöglichen.
Ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu international wettbewerbsfähigen Strompreisen ist eine nachhaltige und planbare Senkung der Netzkosten. Neben der staatlichen Bezuschussung der Netzkosten als Aufgabe der Daseinsvorsorge können dazu auch die Sondernetzentgelte beitragen, wenn sie flexibles, systemdienliches Verhalten im Rahmen der Möglichkeiten honorieren, zugleich jedoch praktikabel ausgestaltet sind, und keine unverhältnismäßigen Anforderungen an die Flexibilität der Unternehmen gestellt werden.
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