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Zwei Personen in Arbeitskleidung und Schutzhelmen inspizieren große aufgerollte Metallbleche in einem Lager. Eine Person zeigt auf ein Detail, während die andere ein Klemmbrett hält. Die Umgebung ist dunkel, mit gezielter Beleuchtung auf die Personen und die Metallrollen. Download Publikation

Stellungnahme: Nationale Wirtschafts­schutz­strategie

15. April 2026 | Die geopolitischen Rahmenbedingungen haben sich in den vergangenen Jahren und Monaten grundlegend und mit immer größerer Geschwindigkeit verändert und verschlechtert. Ein Krieg mitten in Europa, zunehmende Systemkonkurrenz, geopolitische Spannungen, Handelskonflikte, unfaire Handelspraktiken von Drittstaaten und hybride Bedrohungen – und all das bei wachsender Instrumentalisierung wirtschaftlicher Abhängigkeiten – zeigen deutlich: Wirtschaftliche Stärke ist heute zentrale Voraussetzung nationaler und europäischer Sicherheit. Gleichzeitig haben die jüngsten Krisen erneut die Verwundbarkeit globaler Lieferketten offengelegt. Vor diesem Hintergrund ist eine Nationale Wirtschafts­schutz­strategie nicht nur notwendig, um wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, technologische Souveränität und industrielle Resilienz gezielt zu sichern, sie ist unerlässlich. Insofern begrüßt die Wirtschafts­vereinigung Stahl (WV Stahl) den Kabinettsbeschluss zu einer Nationalen Wirtschafts­schutz­strategie. Positiv hervorzuheben ist insbesondere, dass wirtschaftliche Sicherheit als Bestandteil nationaler Sicherheitsvorsorge verstanden wird und der Schutz von Industrie, Innovation, Forschung und Know-how stärker in den Fokus rückt. Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Widerstandsfähigkeit des Wirtschafts­standorts Deutschland zu stärken.

Die Strategie bleibt allerdings in einem zentralen Punkt unvollständig: Die strategische Bedeutung der industriellen Basis – insbesondere der Grundstoffindustrie – wird bislang nicht ausreichend berücksichtigt. Dabei bilden Grundstoffe wie Stahl das Fundament nahezu aller industriellen Wertschöpfungsketten und sind unverzichtbar für Bau und Infrastruktur, Energieanlagen, Maschinenbau und Mobilität sowie für sicherheits- und verteidigungsrelevante Anwendungen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Bedeutung des Vorprodukts an sich, sondern die Frage, wo und unter welchen Bedingungen es verfügbar ist: Hochspezialisierte Stähle – etwa Panzerstahl und andere sicherheitskritische Qualitäten – werden heute von nur wenigen Anbietern in Deutschland und der EU produziert. Ohne diese Kapazitäten lassen sich zentrale sicherheitsrelevante Systeme wie etwa gepanzerte Fahrzeuge, U-Boote, Munition, vorgefertigte Teile oder geschützte Infrastrukturen nicht herstellen. Eine verlässliche, europäisch verankerte Versorgung mit diesen Vorprodukten ist daher eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliche Stabilität, für industrielle Handlungsfähigkeit und für gesellschaftliche Resilienz. Die Sicherung entsprechender Produktionskapazitäten ist folglich nicht nur eine industriepolitische Aufgabe, sondern eine Frage wirtschaftlicher Sicherheit und strategischer Souveränität.

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Ansprechpartner Tobias Aldenhoff Leiter Wirtschafts- & Handelspolitik +49 151 16891028 tobias.aldenhoff@wvstahl.de
Porträtfoto Charlotte Ahlborn, Abteilung Rechtspolitik | Legal Advisor bei der Wirtschaftsvereinigung Stahl
Ansprechpartnerin Charlotte Zinke Referentin Rechts- und Sicherheitspolitik +49 151 15940801 charlotte.zinke@wvstahl.de