Positionspapier zum Vorschlag zur Überarbeitung der CO2-Emissionsstandards für Pkw und leichte Nutzfahrzeug (Flottengrenzwerte)
14. November 2025 | Das auf EU-Ebene angekündigte Automotive Package bietet die Chance, über freiwillige Marktanreize einen europäischen Leitmarkt im Automobilsektor zu etablieren. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie zu stärken und gleichzeitig die Produktion emissionsarmen Stahls in der EU zu fördern: eine Win-Win-Situation.
Das vorgeschlagene System zur Berücksichtigung emissionsarmen Stahls bei den Flottengrenzwerten besteht aus drei aufeinander aufbauenden Elementen:
- Transformationsanreizendes Einstiegskriterium für emissionsarmen Stahl: Das System setzt eine Mindestklassifizierung nach LESS voraus, die stufenweise angehoben wird, um den Umbau der Stahlproduktion zur Klimaneutralität zu fördern. Der beim Automobilhersteller eingesetzte Stahl muss mindestens eine festgelegte LESS-Klassifizierung erreichen, um für die Emissionsminderungsgutschrift berechtigt zu sein.
- Festlegung von Emissionsminderungsgutschriften: DieCO₂-Gutschriften können entweder auf Grundlage der LESS-Klassifizierung (LESS-basierter Ansatz) oder anhand von Durchschnittswerten des Product Carbon Footprints (PCF-basierter Ansatz) ermittelt werden. Anschließend lassen sich die ermittelten Gutschriften entweder auf die Tailpipe-Emissionen anrechnen oder direkt mit Strafzahlungen verrechnen. Letzteres bietet zudem die Möglichkeit, dass die Gutschriften analog zum CO₂-Pooling zwischen Automobilherstellern gehandelt werden könnten.
- Bonussystem für Local-Content (Super Credits): Automobilhersteller erhalten zusätzliche Anreize für den Einsatz in der EU produzierten emissionsarmen Stahls, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie zu stärken.
Das vorgeschlagene System ermöglicht eine gezielte, unbürokratische Berücksichtigung von Vorkettenemissionen ohne Einführung komplexer Lebenszyklusmethoden und stärkt zugleich die EU-Wertschöpfung in einem strategischen Leitmarkt. Über diesen freiwilligen und marktbasierten Mechanismus werden industrie- und klimapolitische Ziele zweier strategischer Sektoren effizienter koordiniert.
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