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Zwei Personen in Schutzkleidung und gelben Helmen gehen auf einem Containerterminal. Im Hintergrund sind gestapelte bunte Frachtcontainer zu sehen. Eine Person trägt eine Warnweste und hält Dokumente, während die andere eine Werkzeugtasche dabei hat. Der Himmel ist bewölkt, und die Umgebung zeigt eine industrielle Atmosphäre. Download Publikation

Position: Die Stahlindustrie braucht einen wirksamen Carbon-Leakage-Schutz

18. September 2025 | Die Stahlindustrie in Deutschland unterstützt den CBAM grundsätzlich als unverzichtbares Instrument zur Vermeidung von Carbon Leakage und zur Unterstützung der Dekarbonisierung. In seiner aktuellen Form weist der Mechanismus jedoch erhebliche Schwächen auf, die vor dem Start im Jahr 2026 dringend behoben werden müssen. Die Branche ist seit 2005 in das EU-Emissionshandelssystem eingebunden und dadurch mit einseitigen CO₂-Kosten belastet. Gleichzeitig gelangen jährlich rund 40 Millionen Tonnen Stahl aus Drittländern in die EU, ohne vergleichbare Klimakosten. Die bisherige kostenlose Zuteilung von Emissionszertifikaten läuft schrittweise aus, wodurch deren Schutzwirkung entfällt.

Drei zentrale Punkte bedürfen einer schnellen Nachbesserung:

  • Erstens muss Umgehungsstrategien wie dem „Resource Shuffling“ wirksam entgegengewirkt werden. Dabei exportieren Drittstaaten gezielt CO₂-ärmere Produkte in die EU, während emissionsintensivere im Inland bleiben – ohne Klimanutzen. Die Lösung liegt in der Anwendung länderspezifischer Standardwerte für CO₂-Emissionen.
  • Zweitens fehlt eine Lösung für EU-Exporte. Ohne Ausgleich drohen gravierende Wettbewerbsnachteile auf Drittmärkten. Eine weiterhin freie Zuteilung für die Exportmengen – mit nicht übertragbaren „Exportzertifikaten“ auf Basis der ETS-Benchmarks – könnte diesen Nachteil fair ausgleichen.  
  • Drittens sollte der CBAM auf stahlintensive Folgeprodukte ausgeweitet werden. Andernfalls droht eine Verlagerung der Wertschöpfung ins Ausland. Eine klare Strategie zur schrittweisen Integration dieser Produkte sowie einfache Emissionsberechnungen und ein Handelsstrom-Monitoring sind essenziell. Ohne diese Reformen verfehlt der CBAM sein Ziel, sowohl Industrie als auch Klimaschutz zu sichern.  

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Ansprechpartner Tobias Aldenhoff Leiter Wirtschafts- & Handelspolitik +49 151 16891028 tobias.aldenhoff@wvstahl.de
Ansprechpartner Roderik Hömann Leiter Energie- & Klimapolitik +49 160 5861023 roderik.hoemann@wvstahl.de