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Seitliche Ansicht eines fahrenden Autos auf einer Autobahn bei Sonnenuntergang. Im Rückspiegel ist ein Fahrzeug mit leuchtenden Rücklichtern in Bewegung zu sehen. Download Publikation

Position: Das Automotive Package aus Sicht der Stahlindustrie

19. Februar 2026 | Das Automotive Package setzt einen zentralen Impuls für die strategische Verzahnung von Klima-, Industrie- und Wett­bewerbs­fähig­keitszielen im europäischen Automobilökosystem. Es sieht eine pragmatische Anpassung der Flottengrenzwertberechnung durch die Einführung eines Anrechnungsmechanismus (Stahl-Credit) für in der EU produzierten emissionsarmen Stahl vor. Der Gesetz­entwurf zu Sauberen Unternehmensflotten kann zudem die Nachfrage nach in der EU gefertigten Schlüsselmaterialien und -komponenten strukturell stärken, sofern Made in EU-Anforderungen wirksam und rechtssicher ausgestaltet werden.

Das Automotive Package adressiert erstmals die strategische Bedeutung und das Dekarbonisierungspotenzial vorgelagerter Emissionen aus der Stahlproduktion für die Automobilindustrie und trägt damit zur Erreichung der CO₂-Zielvorgaben bei. Die Berücksichtigung von in der EU produziertem emissionsarmem Stahl schafft einen Flexibilitätsmechanismus zur pragmatischen Erreichung von Flottengrenzwerten. Bei zielgerichteter Ausgestaltung kann dieser Ansatz die Wett­bewerbs­fähig­keit sowohl der europäischen Automobil- wie auch der Stahlhersteller in der EU stärken, Emissionsminderungen entlang der Wertschöpfungskette beschleunigen und industrielle Wertschöpfung in Europa sichern.

Im Jahr 2023 wurden in der EU 10,6 Mio. Personenkraftwagen (PKW) zugelassen, für deren Herstellung bis zu 13,7 Mio. Tonnen Stahl bzw. rund 10,3 Mio. Tonnen Primärstahl benötigt werden. Gleichzeitig wird die emissionsarme Primärproduktionskapazität (DRI-EAF) in einem realistischen Szenario bis 2030 voraussichtlich zwischen 10 und 15 Mio. Tonnen betragen und könnte sich je nach Marktbedingungen weiter erhöhen. Durch die Schaffung notwendiger Rahmenbedingungen kann die EU zudem sicherstellen, dass die entstehenden DRI-EAF-Kapazitäten die Nachfrage decken. Die zusätzliche Einbeziehung von Sekundärstahl für Automobilanwendungen erhöht das Potenzial nochmals. Vor diesem Hintergrund spricht sich die Wirtschafts­vereinigung Stahl für die Berücksichtigung folgender Maßnahmen aus:

CO₂-Standards für PKW und leichte Nutzfahrzeuge

  • Ermöglichung der Anrechnung emissionsarmen Stahls spätestens ab 2030, um dem Bedarf der Automobilbranche nach zusätzlicher und früherer Flexibilität Rechnung zu tragen.
  • Beibehaltung der Stahl-Credits (7 %) und Sicherstellung, dass dieser Prozentsatz weder reduziert, noch verwässert, noch durch andere Materialien oder Mechanismen ersetzt wird.
  • Ermöglichung unbürokratischer, pragmatischer Methoden zur Stahl-Credit-Berechnung auf Basis etablierter sektorübergreifender Ansätze sowie in der Industrie bestehende Kennzeichnungs- und Zertifizierungssystemen (z. B. Catena-X, LESS).
  • Gewährleistung ausreichender Flexibilität bei der Nutzung und bei der Übertragung von Stahl-Credits unter Automobilherstellern, einschließlich Pooling – bei gleichzeitiger Wahrung der ökologischen Integrität.

Saubere Unternehmensflotten

  • In der EU geschmolzener und gegossener Stahl sowie stahlintensive Komponenten sollten unter die Made in EU-Kriterien fallen und dadurch staatlicher Förderfähigkeit unterliegen.
  • Erweiterung der Definition von emissionsfreien und emissionsarmen Fahrzeugen auf Emissionen aus der Vorkette, um den Einsatz von in der EU produziertem emissionsarmem Stahl anzureizen. Dies setzt ein wirksames Nachfragesignal, das insbesondere durch große Unternehmensflotten im Rahmen nationaler Fördermechanismen verstärkt wird.

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Porträtfoto Gerhard Endemann, Leiter Umwelt- und Nachhaltigkeitspolitik bei der WV Stahl
Ansprechpartner Gerhard Endemann Leiter Umwelt- & Nachhaltigkeitspolitik +49 171 3749891 gerhard.endemann@wvstahl.de
Professional portrait of a man with a red beard in a dark suit and white shirt, smiling against a blurred background.
Ansprechpartner Dr.-Ing. Yannik Sparrer Fachgebietsleiter Industriepolitik & Kreislaufwirtschaft +49 170 6693450 yannik.sparrer@wvstahl.de