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Informationen zur Stahlkonjunktur in Deutschland: Erstes Quartal 2026

24. April 2024

Gesamtwirtschaft:

Die deutsche Wirtschaft kommt nicht aus der Krise. Nach Jahren des Abschwungs setzte im vergangenen Jahr eine für Deutschland untypische Erholung ein, die vor allem vom privaten Konsum getragen wurde, während die exportorientierte Industrie kaum profitierte. Mit dem Krieg im Nahen Osten sieht sich die deutsche Wirtschaft mit neuen Gefahren konfrontiert. Neben Versorgungsrisiken dürften vor allem wieder ansteigende Inflationsraten in den nächsten Monaten die Kaufkraft mindern, die Erholung dank expansiver Finanzpolitik aber nicht beenden.

Gemessen am Produktionsindex des Statistischen Bundesamtes sank die Produktion im Bauhauptgewerbe zu Jahresbeginn 2026 deutlich, in der Automobilindustrie leicht, während der Maschinenbau sogar etwas zulegte. Insgesamt ging die Erzeugung in den stahlverarbeitenden Branchen um zwei Prozent zurück und bewegt sich weiterhin nur auf dem Niveau der Finanzkrise von 2009.

Lage Stahlkonjunktur:

Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Schwäche befindet sich die Stahlindustrie in Deutschland konjunkturell in einer äußerst herausfordernden Lage. Insbesondere trifft eine beispiellose Nachfragekrise auf einen massiven Importdruck. Im Jahr 2025 belief sich die deutsche Rohstahl­produktion auf 34,1 Millionen Tonnen und lag damit etwa neun Prozent unter dem ohnehin schwachen Stand des Vorjahres. Solch niedrige Zahlen wurden zuletzt während der globalen Finanzkrise 2009 verzeichnet. Zwar stieg die Erzeugung im ersten Quartal 2026 auf Jahresniveau hochgerechnet auf 37 Millionen Tonnen an, dennoch blieb sie deutlich unter der Schwelle von 40 Millionen Tonnen, die als Minimum für eine gesunde Kapazitätsauslastung gilt.

Die Stahlnachfrage in den wichtigen Kundensektoren war 2025 rückläufig. Seit 2017 hat die Stahlnachfrage im Inland rund 30 Prozent an Menge eingebüßt, was etwa 12 Millionen Tonnen entspricht. Zwar war im Vorjahr bei der Marktversorgung bereits eine Stabilisierung festzustellen, diese beruhte jedoch ausschließlich auf einem Lageraufbau und eben nicht auf einer realen Nachfragesteigerung. Im Vergleich der führenden Stahlnachfrager ist Deutschland seit 2017 um zwei Plätze zurückgefallen. Im Jahr 2025 wurde weltweit nur noch Platz acht erreicht.

Ausblick Stahlkonjunktur:

Von den Frühindikatoren gehen noch keine nachhaltigen Anzeichen für eine Besserung der Konjunktur aus. Zwar sind die Bestelleingänge aus dem In- und Ausland gestiegen, sie befinden sich jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Zudem spiegeln sie die Auswirkungen des Irankriegs noch unzureichend wider. Darüber hinaus liegt der ifo-Geschäftsklimaindex seit 2022 unter dem langjährigen Durchschnitt, was hauptsächlich der anhaltend schlechten Lage geschuldet ist.

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Ansprechpartner Tobias Aldenhoff Leiter Wirtschafts- & Handelspolitik +49 151 16891028 tobias.aldenhoff@wvstahl.de
Ansprechpartner Bernhard Krischer Referent Wirtschaftspolitik +49 151 15937626 bernhard.krischer@wvstahl.de