Position: Auswirkungen eines Erdgas-Embargos aus Sicht der Stahlindustrie
13. Mai 2022 | Der Krieg gegen die Ukraine ist eine menschliche Katastrophe und ein beispielloser Angriff auf den Frieden in Europa. Die Stahlindustrie in Deutschland unterstützt die Politik der Bundesregierung, sich schnellstmöglich aus der Energieabhängigkeit bei Öl, Kohle und Gas von Russland zu lösen, alternative Versorgungswege zu etablieren und den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu beschleunigen. Der Ausstieg aus der russischen Kohle wird bereits umgesetzt; auch ein Öl-Embargo würde von der Stahlindustrie mitgetragen. Zugleich warnt die Stahlindustrie jedoch vor den Folgen eines auf Erdgas ausgerichteten sofortigen Lieferstopps. Dass die Bundesregierung ein kurzfristiges Embargo russischer Erdgaslieferungen ablehnt, bevor Alternativen zur Verfügung stehen, ist gut begründet. Ein Erdgasembargo oder -lieferstopp würde eine erhebliche Reduzierung des Gasverbrauchs in Deutschland um bis zu 40 Prozent erfordern. Wenn diese in erster Linie in der Industrie umgesetzt würde, fiele dort die erforderliche Reduktion noch weitaus höher aus.
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