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Zwei Personen in Schutzkleidung und gelben Helmen gehen auf einem Containerterminal. Im Hintergrund sind gestapelte bunte Frachtcontainer zu sehen. Eine Person trägt eine Warnweste und hält Dokumente, während die andere eine Werkzeugtasche dabei hat. Der Himmel ist bewölkt, und die Umgebung zeigt eine industrielle Atmosphäre.
Wichtiger Schritt zum Schutz vor den Folgen globaler Überkapazitäten

Handelsschutz: Einigung im Trilog stärkt Stahl- und Industrie­stand­ort Deutschland

Berlin, 14. April 2026 | Die Wirtschafts­vereinigung Stahl begrüßt die Trilog-Einigung der europäischen Institutionen auf ein neues, deutlich verschärftes Handels­schutz­instrument für Stahlimporte.

„Die gestern Nacht erzielte Einigung ist ein großer Schritt zur Sicherung des Stahl- und Industrie­stand­orts Deutschland. Denn unsere Unternehmen stehen seit Jahren unter massivem Druck durch die Auswirkungen globaler Überkapazitäten“, erklärt Kerstin Maria Rippel, Haupt­geschäfts­führerin der Wirtschafts­vereinigung Stahl.

Im Zentrum des neuen Handelsschutz-Instruments stehen künftig länder- und produktspezifische Zollkontingente mit einer klar definierten Obergrenze. Wird diese überschritten, greifen Importzölle von 50 Prozent. „Mit den neuen Regelungen wird der Schutz der Stahlhersteller in Deutschland und der EU erheblich gestärkt. Die EU-Institutionen setzen mit der nun erfolgten Einigung im Trilogverfahren ein klares Signal, die Stahlindustrie vor den Folgen globaler Überkapazitäten zu schützen – ohne den Markt abzuschotten.“

Aus Sicht der Wirtschafts­vereinigung Stahl ist besonders hervorzuheben, dass zentrale Schwächen des bisherigen Systems konsequent behoben wurden, und das unter strenger Beachtung der bestehenden Regeln der Welthandelsorganisation WTO:

  • Das neue Instrument schafft deutlich mehr Flexibilität und Reaktionsfähigkeit. Künftig kann schneller auf Marktveränderungen reagiert werden.
  • Zudem soll eine neue Regelung zur Bestimmung des Warenursprung dafür sorgen, dass eine absichtliche Umgehung der Maßnahmen – etwa durch gezielte Umleitung von Stahl über Drittstaaten – verhindert wird.
  • Positiv ist zudem, dass eine erste Evaluierung der berücksichtigten Produkte bereits nach sechs Monaten vorgesehen ist.

„Das neue Handels­schutz­instrument schafft die notwendige Grundlage, damit Unternehmen wieder verlässlich planen, investieren und den Umbau zu klima­neutraler Produktion vorantreiben können“, so Kerstin Maria Rippel.

Abschließend betonte die Verbandschefin: „Ein wirksamer Handelsschutz ist ein wesentlicher Schritt zur Bewältigung der aktuellen Branchenkrise. Nun gilt es, in diesem Geiste gezielt weitere Maßnahmen zur nachhaltigen Stärkung der Wett­bewerbs­fähig­keit anzugehen: Die Lücken beim CBAM müssen konsequent geschlossen, Leitmärkte für emissions­reduzierten Stahl Made in EU müssen geschaffen und die Erreichung wett­bewerbs­fähiger Energiepreise für die gesamte energie­intensive Industrie muss industriepolitisch angegangen werden.“

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Portraitfoto von Susan Sass, Leiterin Kommunikation der Wirtschaftsvereinigung Stahl
Ansprechpartnerin Susan Saß Leiterin Kommunikation & IT +49 151 62566730 susan.sass@wvstahl.de